Comic Kollektion Band 59

Infinities: Die Rückkehr der Jedi-Ritter


Erscheint am 23.11.2018
Verlag Panini                                                             
Seiten 120
Format Hardcover
Original Stories

Infinities Return of the Jedi 1 - 4

Tag & Bink: Revenge of the Clone Menace

Kanon Legends
Ära Infinities
Autoren Adam Gallardo, Kevin Rubio
Zeichner Ryan Benjamin, Saleem Crawford
Preis
13,99 €

Inhaltsangabe des Verlags

Als Kopfgeldjäger verkleidet, eilt Leia dem in Jabbas Palast gefangenen Han Solo zu Hilfe. Doch was, wenn der Thermaldetonator, den sie als Druckmittel einsetzt, zum Einsatz gekommen wäre? Diese spektakuläre Geschichte liefert die Antwort. Außerdem: Tag und Bink kehren zurück!

Bonusmaterial
Die Geschichte von Marco Ricompensa                      
Die Personen  
Cover-Galerie                                                           
Rezension (Spoilerwarnung)

Dies ist der letzte Band aus der Infinities Story-Line. Also eine was-wäre-wenn-Geschichte. Eine neue Hoffnung hat mir sehr gut gefallen, während ich Das Imperium schlägt zurück relativ schlecht finde. Die alternative Story hat den Fan einfach um zu viele geniale Szenen gebracht und keinen adäquaten Ersatz geliefert.

Neben den vier US-Einzelheften, die 2003 und 2004 erschienen, ist auch die letzte Story um die beiden Chaoten Tag & Bink enthalten. 

Gleich auf den ersten Seite überkommt mich mehrmals der Gedanke: Ach bitte nicht so! Die Story steigt ein als Boushh mit Jabba über die Belohnung für den gefangen genommenen Chewbacca verhandelt. Jabba will die Forderung nicht erfüllen, woraufhin Leia ihre wahre Identität preis gibt. Anschließend aktiviert sie den Thermaldetonator und Jabba flieht in die Tiefen des Palastes. Bitte? Ist das ernst gemeint? Der große Verbrecherlord Jabba the Hutt flieht? Und das kriechenderweise? 

Schließlich übernimmt Boba Fett den in Karbonit eingefrorenen Han Solo und kann mit diesem fliehen. Man fliegt dann mit Jabbas Segelbarke zu Luke und der begibt sich nach Dagobah.

Wie in Das Imperium schlägt zurück wird man hier einiger toller Szenen (Rancor, Leia taut Han auf) beraubt, ohne einen einigermaßen guten Ersatz zu liefern. Eigentlich würde ich jetzt schon nicht weiterlesen, wenn ich nicht diese Rezension schreiben "müsste". Mit Vaders Abkunft auf dem Zweiten Todesstern ist dann aber wieder eine Originalszene abgedruckt.

Infinities: Return of the Jedi #1
Infinities: Return of the Jedi #1

Infinities: Return of the Jedi #2
Infinities: Return of the Jedi #2

Und auch das zweite Zusammentreffen von Luke Skywalker und Yoda kommt nicht zustande. Luke sucht auf Tatooine nach Boba Fett und kann daher nicht rechtzeitig nach Dagobah aufbrechen, bevor der Jedi Meister verstirbt. OK, das klingt plausibel. Allerdings ist es großer Blödsinn, dass der Imperator den Tod des Jedi spüren kann und auch gleich weiß, auf welchem Planeten er verstorben ist. Warum hat er das in den ganzen Jahren zuvor nicht gespürt und woher weiß er, dass es sich exakt um Dagobah handelt?

Als Luke auf Dagobah ankommt, trifft er "nur" Yodas Jedi-Geist an. Die Ausbildung wird aber nicht fortgesetzt, zumindest wird es nicht gezeigt. Und Boba Fett will Han Solo an die imperialen Truppen auf Endor übergeben, damit der Schmuggler als Lockvogel für seine Freunde dienen kann. Dies ist zumindest in Anbetracht der bisherigen Geschichte, eine gute Idee.

Die Rebellen befinden sich auch schon auf Endor und können Han Solo befreien. Dabei kommt Boba Fett ums Leben und Leia fliegt mit der Slave I und dem Karbonitblock nach Sullust.


Luke Skywalker wollte ebenfalls nach Sullust, wird aber von dem Traktorstrahls eines Sternzerstörers eingefangen und zu dem an Bord befindlichen Darth Vader gebracht. Auch hier werden jede Menge für mich wichtige und tolle Szenen weggelassen. Das Gespräch zwischen Luke und Leia auf Endor findet natürlich nicht statt, stattdessen schickt Luke eine Holo-Nachricht mit ähnlichem Inhalt. Die Hauptcharaktere landen nicht auf Endor und das Gespräch zwischen Luke und Darth Vader fehlt ebenfalls.

Das ist alles aufgrund der veränderten Handlung soweit Ok, aber es wird einfach kein adäquater Ersatz geliefert. Es wirkt alles öde und langweilig. Die alternative Handlung ist lediglich ein ideenloses Aneinanderreihen von einfallslosen Geschehnissen, die nicht überzeugen können. Nur die Idee, das Han Solo nach dem Auftauen erblindet ist, finde ich gelungen.

Natürlich gelingt die Befreiung des Schmuggler, der gleich darauf eine weitere Kuriosität folgt: Leia schnappt sich die Slave I und will Luke helfen.

Infinities: Return of the Jedi #3
Infinities: Return of the Jedi #3

Infinities: Return of the Jedi #4
Infinities: Return of the Jedi #4

Und leider geht es auch nicht gut weiter. Der Imperator befiehlt die Ermordung der gefangen genommenen Leia und die Rebellen Greifen den Schutzschild auf Endor an. Plötzlich tauchen hier die Ewoks auf ohne auch nur annähernd die Rolle zu übernehmen, die man aus Die Rückkehr der Jedi-Ritter kennt. Dem Kampf auf dem Waldmond wird nur sehr wenig Zeit eingeräumt, obwohl es die alles entscheidende Schlacht in Episode VI ist. Und warum will Palpatine Leia tot sehen? Hieß es nicht "... dann gelingt uns das vielleicht mit deiner Schwester"?.

Und zu guter Letzt überleben sowohl Vader als auch der Imperator. Vader besinnt sich eines Besseren und tritt der Rebellion bei. Und das in einer weißen Rüstung! Gemeinsam mit Luke will er sich auf die Suche nach Palpatine machen. Sorry, aber lächerlicher kann es wohl nicht mehr werden. 

Es scheint so, als hätten sich die Autoren einfach keine große Mühe gegeben und stattdessen eine alternative Story abgeliefert, die kaum schlechter sein kann.


Manchmal sollte man es bei einem Teil lassen. Diese Infinities-Story ist das beste Beispiel. Man hat eine gute Idee, setzt sie gut um und dann war´s das leider schon wieder. Im Kino erlebt man sowas immer wieder.

Bei Tag & Bink ist es ähnlich: Der erste Teil war super, die Fortsetzungen konnten aber leider nicht mehr mithalten. Von daher hatte ich keine große Hoffnung, dass der letzte Teil des Bandes noch etwas an der Bewertung ändern würde.

Kanzler Palpatine und Anakin Skywalker führen in Die Rache der Sith das bekannte Gespräch über die Macht und Darth Plagueis. Hier wird aber mehr erzählt: Denn Plaguies´ Veränderung der Macht hat dazu geführt, dass Tag & Bink als machtsensitive Kinder geboren wurden. Und da war gleich der Moment: wenn dem so ist, dann machen die vorherigen Stories keinen Sinn mehr.

Naja wie dem auch sei. Die beiden Chaoten sind natürlich wieder für so manches Geschehnis verantwortlich, aber leider nicht in dem Ausmaß, wie es in den vorherigen Teilen war. Aber die eine oder andere lustige Szene ist dabei!

Tag & Bink: Revenge of the Clone Menace
Tag & Bink: Revenge of the Clone Menace

Leider können beide Geschichten bei weitem nicht so überzeugen, wie die Anfänge der jeweiligen Handlungsstränge. Gerade der Infinities-Teil ist einfach nur schlecht. Aber immerhin können hier die Zeichnungen und die verwendeten Farben überzeugen, während dies bei Tag & Bink erfahrungsgemäß weniger der Fall ist.

Das Bonusmaterial enthält wie immer das Kapitel Die Geschichte von Marco Ricompensa, in dem man nur wenig neues erfährt, aber immerhin ein paar Hintergründe zu der Tag & Bink-Story.

Das war es auch schon. Außer der Covergalerie, die nur drei der fünf US-Cover enthält, gibt es keinen weiteren Artikel.

 

Andreas Windu

 

 

Danke an Panini für das Rezensionsexemplar!

Bisherige Veröffentlichung GER
Star Wars 44: Infinities: Die Rückkehr der Jedi-Ritter 1 01.05.2004
Star Wars 45: Infinities: Die Rückkehr der Jedi-Ritter 2 01.07.2004
Star Wars Sonderband 29: Infinities: Die Rückkehr der Jedi-Ritter 14.12.2005
Star Wars Sonderband 39: Tag & Bink – Krawall im All 22.08.2007