Comic Kollektion Band 58

Legacy: Tatooine


Erscheint am 09.11.2018
Verlag Panini                                                             
Seiten 120
Format Hardcover
Original Stories

Legacy 37 - 41

Kanon Legends
Ära Vermächtnis-Ära
Autor John Ostrander
Zeichner Jan Duursema
Preis
13,99 €

Inhaltsangabe des Verlags

137 Jahre nach der Schlacht von Yavin bringen Gerüchte um das Ableben des Imperators Darth Krayt das gesamte Machtgefüge der Galaxis ins Wanken. Nun greifen ehemalige Mitstreiter der Allianz, Anhänger des exilierten Imperators Roan Fel und auch verschiedene Fraktionen des Sith-Imperiums nach der Herrschaft.

Bonusmaterial
Die Geschichte von Marco Ricompensa                      
Die Personen  
Cover-Galerie                                                           
Rezension (Spoilerwarnung)

Nach Band 55 geht es weiter mit der Legacy-Story. In diesem Band sind die vier Teile Tatooine und der One-Shot Unter Beschuss enthalten, die in den USA 2009 als Einzelhefte erschienen sind. Bei uns wurden die beiden Geschichten ebenfalls 2009 in dem Sonderband 53 veröffentlicht. John Ostrander ist wieder für den Text und Jan Duursema für die Zeichnungen verantwortlich. Der One-Shot wurde aber von Dan Parsons und Kajo Baldisimo gezeichnet.

Etwa 137 NSY begeben sich Cade Skywalker und seine Mynock-Crew wie der Titel bereits verrät nach Tatooine. Cade geht seiner alten Beschäftigung nach und widmet sich wieder dem Piratentum. Und dabei kommt er der Verbrecherorganisation Schwarze Sonne immer wieder in die Quere. Und auch das Sith-Imperium muss so manche Ladung an die Piraten abgeben.

Bereits am Anfang werden einige neue Charaktere eingeführt. Neben ein paar imperialen Offizieren befinden sich darunter auch Lun Rask, der als Vigo der Schwarzen Sonne für die Geschäfte innerhalb des Arkanis-Sektors zuständig ist. Rask gefallen die Überfälle der Piraten natürlich nicht und er beauftragt seine Killer, die Verantwortlichen zu finden und zu töten.

Ein Wiedersehen gibt es mit Gunner Yage, der Anführerin der imperialen Skull-Staffel. Sie soll zusammen mit der ebenfalls bereits bekannten Agentin Morrigan Corde die Piraten jagen. Warum es die Schwarze Sonne bei der Jagd nach Tatooine verschlägt, wird erklärt, warum das Sith-Imperium den selben Planeten wählt, ist leider völlig unklar.

Legacy #37: Tatooine, Part 1
Legacy #37: Tatooine, Part 1

Legacy #38: Tatooine, Part 2
Legacy #38: Tatooine, Part 2

Cade wird für meinem Geschmack zu einfach überrumpelt. John Ostrander hat einen Hang, immer wieder Liebesgeschichten, Beziehungen und den Hang zum flirten einzubauen. So sind zwei der Attentäter miteinander verheiratet, Jariah Syn ist scharf auf eine Twil´lek und die Attentäterin Nakia Yoru erlegt ihr erstes Opfer nach einer Flirtattacke und den Worten "Ich will dich". Auf Dauer wird das etwas nervig und eintönig. 

Sehr gelungen ist allerdings die Verflechtung der einzelnen Charaktere. Sith-Imperiale und Attentäter der Schwarzen Sonne jagen die Mynock-Crew. Die Attentäter sind aber auch auf die imperialen Agenten angesetzt. Zudem erhält die Schwarze Sonne von einer Quelle aus dem Sith-Imperium die notwendigen Informationen, welches Schiff sie zu kapern haben. Und die Attentäter sind untereinander auch nicht die besten Freunde. Somit ist sehr viel Spielraum für die Story gegeben und das Ende ist nicht wie so oft vorhersehbar. Nach mehreren eher langweiligen Teilen scheint John Ostrander in seiner Legacy-Story doch noch einmal die Kurve zu kriegen und endlich wieder Spannung und Überraschungsmomente liefern zu können.


Gunner Yage und Cade Skywalker landen schließlich in der einst von Owen und Beru Lars und natürlich von Luke Skywalker bewohnten Feuchtfarm. Hier hat Cade eine weitere Vision, in der Luke Skywalker auftaucht. Dies Sequenz gefällt mir sehr gut. Luke macht seinem Nachfahren klar, dass dieser den falschen Weg eingeschlagen hat und droht auf die Dunkle Seite der Macht abzudriften. Luke ist hier als junger Feuchtfarmer dargestellt, wie wir ihn aus Eine neue Hoffnung kennen, und in seinem schwarzen Outfit bei dem Gegenübertreten des Imperators in Die Rückkehr der Jedi-Ritter.

Der anschließende Kampf gegen die Anzati-Attentäter ist toll in Szene gesetzt. Aber warum haben die Anzati auch Lichtschwerter? Hätte man sich da nicht etwas anderes ausdenken können? Und somit ist der Kampf letztendlich auch alles andere als ausgeglichen. Cade gewinnt natürlich und kurz darauf betritt auch die imperiale Agentin Morrigan Corde die Bühne, die das Spiel zwischen dem Sith-Imperium und der Schwarzen Sonne bereits durchblickt hat. Somit dürfte es keine weiteren Überraschungen geben.

Legacy #39: Tatooine, Part 3
Legacy #39: Tatooine, Part 3

Legacy #40: Tatooine, Part 4
Legacy #40: Tatooine, Part 4

Nachdem klar ist, wer der Verräter in den Reihen des Sith-Imperiums ist, begeben sich Cade und Morrigan Corde zu der entsprechenden Garnision. Zur Erinnerung: Corde ist Cades Mutter und es kommt zu einer kleinen Aussprache zwischen den beiden.

Der Vierteiler gefällt mir recht gut. Es macht Spaß, Cade Skywalker an den Ort zu begleiten, wo seine Familiengeschichte ihren Anfang nahm. Viele kleine und große Details im Umfeld erinnern an Eine neue Hoffnung oder Die dunkle Bedrohung. Und Cades lange Machtvision ist nahzu genial. Ob Lukes Versuch, seinen Nachfahren davon zu überzeugen, nicht auf die Dunkle Seite der Macht abzurutschen, wird hoffentlich die Zukunft zeigen. Bisher scheint dies nicht gefruchtet zu haben, denn Cades Verhalten hat sich nicht geändert.

Leider kommen die Sith, allen voran Darth Wyyrlock, etwas zu kurz. Wyyrlock versucht nach wie vor, den Tod seines Meisters Darth Krayt geheimzuhalten. Es wird irgendwie nicht wirklich klar, wie es um das Sith-Imperium nach dem Tod dessen Anführers steht.


Zum Schluss führt der Oneshot Unter Beschuss den Leser auf den Planeten Botajef in eine Schlacht im ersten Jahr des Sith-Imperialen Krieges. Für die Gesamtstory so ziemlich überflüssig, hat mich die Kurzgeschichte doch begeistert. Man bekommt die Renegaten-Staffel, Mandalorianer und die imperiale Joker-Einheit zu sehen. Ich hoffe, dass der Handlungsstrang weitergeführt wird.

Im Großen und Ganzen hat mich der sechste Band aus der Legacy-Reihe wieder überzeugen können, nachdem es in den beiden vorherigen bergab ging. Großartige Ereignisse bleiben zwar aus, aber Cades Werdegang ist durchaus interessant. Offenbar gefällt ihm das Leben als Schmuggler deutlich besser als das eines Jedi-Ritters. Schade finde ich nur, dass der Konflikt mit dem Sith-Imperium nicht mehr den Stellenwert hat, wie zu Zeiten von Darth Krayt. Vielleicht hat John Ostrander den Oberbösewicht zu früh aus der Geschichte getilgt. 

Das Zusatzmaterial fällt erneut sehr dünn aus. Außer Die Geschichte von Marco Ricompensa ist kein weiterer Beitrag enthalten. Und in der Covergalerie sind nur drei der fünf Cover abgedruckt.

 

Andreas Windu

 

Vielen Dank an Panini für das Rezensionsexemplar!

Legacy #41: Rogue's End
Legacy #41: Rogue's End

Bisherige Veröffentlichung GER
Sonderband 53: Legacy VII: Tatooine 02.12.2009