Comic Kollektion Band 45

Legacy: Unbezwingbar


Erscheint am 11.05.2018
Verlag Panini                                                             
Seiten 192
Format Hardcover
Original Story

Star Wars: Legacy 20 - 27

Kanon Legends
Ära Vermächtnis-Ära
Autor John Ostrander
Zeichner u.a. Omar Francia, Jan Duursema
Preis
13,99 €

Inhaltsangabe des Verlags

Die Sith herrschen wieder über die Galaxis, doch noch gibt sich die Restflotte der Allianz unter der Führung von Admiral Gar Stazi nicht geschlagen. Als dieser von dem Bau einer geheimen imperialen Konstruktion erfährt, beschließt er, alles auf eine Karte zu setzen. Er zieht seine gesamte Flotte zusammen, um das Projekt anzugreifen und zu vernichten.

Bonusmaterial
Die Geschichte von Marco Ricompensa                      
Die Personen  
Ein schwieriges Erbe von Roberto Pretti
Cover-Galerie                                                           
Rezension (Spoilerwarnung)

Nach dem Band 42 Die Klauen des Drachen geht es endlich weiter mit der Legacy-Story rund um Cade Skywalker, die mich bis hier wirklich begeistern konnte. Mit 192 Seiten kommt zudem der bisher dickste Band in der Star Wars Comic Kollektion. Enthalten sind die US-Einzelhefte Legacy 20 bis 27, die 2008 erschienen sind und erneut von John Ostrander geschrieben wurden. Bei uns wurden sie 2008 und 2009 in den Sonderbänden 47 und 48 veröffentlicht. Auffällig ist, dass Legacy 27 zwischen 22 und 23 abgedruckt ist. Ob das Sinn ergibt, wird sich zeigen.

In Unbezwingbar etwa 133 Jahre nach Die Rückkehr der Jedi-Ritter macht man auf dem Sternzerstörer Relentless zunächst Bekanntschaft mit dem Quarren Darth Azard, der hier erstmals zu sehen ist.  Die Sith-Imperialen und somit Darth Krayt sind auf der Suche nach Gar Stazi. Der Durosaner war in den Legacy-Teilen 9 und 10 zu sehen. Azard zeigt auch gleich, dass er nicht umsonst ein Sith ist und tötet Vader-like den Kommandanten des Sternzerstörers.

Stazi wird insgeheim von den Mon Calamari unterstützt. Er beabsichtigt, den Sith-Imperialen Sternzerstörer Imperious kapern, um ihn in seine Flotte einzugliedern. Das klappt natürlich nicht so wie es sollte und es kommt zum Kampf.

Ich habe mich erstmals in der Legacy-Story wirklich gelangweilt. Was hat das alles mit der Hauptgeschichte zu tun? Rein gar nichts. Selbst als Einführung von Darth Azard reicht es nicht aus. Gehen John Ostrander jetzt doch die Ideen aus? Ich hoffe nicht. Den Gedanken hatte ich schon öfters aber ich wurde immer wieder überrascht. Das ist bisher leider nicht der Fall.

Legacy #20: Indomitable, Part 1
Legacy #20: Indomitable, Part 1

Legacy #21: Indomitable, Part 2
Legacy #21: Indomitable, Part 2

Groß ist aber wieder die Anzahl neuer Charaktere. Aber hier sticht leider keiner so richtig heraus. Selbst Darth Azard bleibt blass und kann nicht wirklich überzeugen. Ich frage mich, ob dieser Zweiteiler irgendetwas zu der Gesamtstory beitragen kann. OK, die Rebellen sind jetzt im Besitz eines Sternzerstörers und Gar Stazi gibt sich als selbstloser Anführer, für den die Allianz mehr bedeutet, als sein eigenes Leben. Aber das Ganze hat rein gar nichts mit den Hauptcharakteren zu tun. Die Story wird nicht weitergeführt es entwickelt sich nichts, was irgendwann mal von Bedeutung sein könnte.

Unbezwingbar ist für mich vollkommen überflüssig. Man würde den Handlungsstrang in keiner Weise vermissen. Er hat mit der Story genauso viel zu tun wie mit jeder anderen. OK, die Rebellen sind jetzt im Besitz eines Sternzerstörers, vielleicht wird das ja noch wichtig. Aber wenn dem so ist, dann hätte man dafür nicht zwei Einzelhefte "opfern" müssen, sondern hätte dies auch einfach mit ein paar Sätzen einfügen können. Zumindest Gar Stazi wird im weiteren Verlauf immer wieder auftreten. 


In Der Zorn des Drachen erfährt Darth Krayt von dem Diebstahl des Sternzerstörers und befiehlt als Vergeltung die Hinrichtung der halben Bevölkerung von Mon Calamari. Währenddessen macht Gial Gahan Bekanntschaft mit den imperialen Rittern Sigel Dare und Treis Sinde, der hier erstmals zu sehen ist. Die Ritter haben insgeheim Sprengsätze auf dem Sternzerstörer versteckt und wollen die Allianz warnen.

Die Sprengsätze können natürlich entschärft werden und der Sterenzerstörer bekommt mit Allianz einen neuen Namen,

Inhaltlich gleicht sich dieser Oneshot an die vorherigen beiden Teile an. Er ist ebenfalls überflüssig. Lediglich Treis Sinde als neu eingeführter Charakter ist ein Lichtblick. Der imperiale Ritter ist aber erst wieder in Legacy 35 zu sehen. Wenn diese Story dazu diente, ihn für weitere Geschehnisse einzuführen, dann ist das aber durchaus gelungen. Sein Zweikampf mit Darth Azard ist absolut sehenswert und sehr gut in Szene gesetzt. Lediglich die von ihm erzeugte Machtblase ist nicht ganz so nach meinem Geschmack.

Legacy 22: The Wrath of the Dragon
Legacy 22: The Wrath of the Dragon

Legacy #27: Into the Core
Legacy #27: Into the Core

Sith vs. Sith ist wie eingangs erwähnt das 27. Einzelheft der Legacy-Story und wurde in dem Band aber zwischen 22 und 23 abgedruckt. Ob dies Sinn ergibt, wird sich zweigen.

Der Leser begleitet Darth Wyyrlok in den Tiefkern. Der Sith lässt dabei die Ereignisse, die ihn dazu bewegt haben, in diesen Bereich der Galaxis vorzudringen, revue passieren. Der Sith begibt sich nach Prakith, um die Lösung für die Heilung seines Meisters zu finden. Darth Krayt ist bekanntermaßen durch die Yuuzhan Vong mit dem Korallensamen infiziert worden.

Letztendlich erscheint auch dieser Teil irgendwie überflüssig. Er fügt sich in die Gesamtstory nicht ein und führt auch zu nichts. Denn nach dem zugegebener Maßen sehr eindrucksvoll dargestellten Kampf zwischen Darth Wyyrlok und dem Machtgeist von Darth Andeddu erndet das ganze ohne richtiges Ergebnis. Ich habe so langsam die Befürchtung, dass die Legacy-Story bereits an ihrem Ende angelangt ist und dass den Leser weitere derartige Geschichten erwarten. Es ist anscheinend wie mit den meisten Fernsehserien: Irgendwann ist der Saft raus und es wird langweilig.


Aber noch sind wir ja nicht am Ende. Mit Treue kommt die vierte Geschichte im Legacy-Handlungsstrang und mit ihm endlich wieder die bekannten und wichtigen Charaktere. Und Cad Skywalker legt auch gleich richtig los als er sein Können als Kopfgeldjäger zeigt und seinen alten Anführer Rav dingfest macht.

Spannung oder Überraschungen bleiben aber auch hier aus. Wer auf Beziehungskisten steht, kommt hier voll auf seine Kosten. Egal ob zwischen den Imperialen Rittern oder Cad Skywalker und Blue, es wird ganz schön schnulzig! Interessant wird es erst als Cad auf Bantha Rawk, der seinen früheren Namen Nat Skywalker abgelegt hat, trifft.

Es ist schon interessant, etwas über Cad Skywalkers Vergangenheit zu erfahren, aber so richtig überzeugend ist das Ganze nicht. Ich warte unentwegt darauf, dass der eigentliche Kern der Geschichte, also der Konflikt zwischen Cad und Darth Krayt weiter behandelt wird. Leider tut mir John Ostrander den Gefallen nicht und man quält sich durch die Comicseiten in der Hoffnung, dass es endlich spannend und interessant wird.

Legacy #23: Loyalties, Part 1
Legacy #23: Loyalties, Part 1

Legacy #24: Loyalties, Part 2
Legacy #24: Loyalties, Part 2

Die Hoffnung stirbt zuletzt und so kommt vielleicht endlich etwas Spannung auf, als Cade Skywalker erfährt, dass nach ihm fahndet wird. Und kurz darauf folgt ein kleines Highlight: Der Macht-Geist von Luke Skywalker erscheint. Und auch das erstmalige Auftreten von Azlyn Rae gefällt mir sehr gut. Die imperiale Ritterin, die ihre Jedi-Ausbildung nicht abschließen konnte, ist Cades Jugendliebe.

Auch der zweite Teil von Treue kann nicht überzeugen. Es gibt viele Absätze, die aber nicht konsequent verfolgt werden und somit eher langweilig sind. Wie immer werden neue Charaktere eingeführt, die aber ebenfalls kaum erwähnenswert sind. Zumindest bisher haben sie keine tragende Rolle übernommen.

Wie schon in den vorherigen Teilen dieses Bandes ist es John Ostrander nicht gelungen, seine Legacy-Story so spannend und interessant wie zuvor weiter zu erzählen. Ich hoffe, dass die Luft nicht völlig raus ist und die Geschichte irgendwann wieder die Kurve kriegt.


Die letzte Geschichte Der verlorene Tempel ist wieder zweiteilig. Es geht nach Taivas im Zhar System, wo sich der verlorene Tempel befindet. Und in dem Tempel hält sich der Rat der Jedi auf und in diesem befinden sich T’Ra Saa und K’Kruhk. T’Ra Saa ist vor allem aus den Darkness und Star Wars Republic-Geschichten bekannt, während man K’Kruhk schon aus früheren Legacy-Stories kennt. Ich war überrascht und finde es gut, dass derartige Charaktere wieder auftauchen.

Schließlich entscheidet Cade, ein Attentat auf Darth Krayt durchzuführen. Doch der Jedi-Rat ist dagegen. Man tötet nur, wenn es nicht anders geht. Hat ein Umdenken bei den Jedi stattgefunden? Wenn man sich an Darth Sidious erinnert, der von den Jedi zunächst festgenommen und dann getötet werden sollte, als er Angriff, dann nein. Wenn man an Meister Windu denkt, der Sidious töten wollte, obwohl dieser bereits geschlagen war, dann nein. Die Wege der Jedi sind unergründlich und scheinen keiner wirklichen Vorgabe zu folgen. Bei der momentanen Bedrohung durch das Sith-Imperium kann ich die Entscheidung allerdings nicht nachvollziehen. Millionen sind bereits auf Befehl von Krayt gestorben.

Legacy #25: The Hidden Temple, Part 1
Legacy #25: The Hidden Temple, Part 1

Legacy #26: The Hidden Temple, Part 2
Legacy #26: The Hidden Temple, Part 2

Schließlich macht man mit den Imperialen Rittern gemeinsame sche, um gegen Krayt in den Kampf zu ziehen.

Ich bleibe dabei: Der gesamte Band ist irgendwie überflüssig. Man würde nichts vermissen, wenn man ihn nicht gelesen hat. Die in dem Band 52 abgedruckten Einzelhefte funktionieren auch ohne diese Kurzgeschichten. Es kommt leider überhaupt kein Legacy-Fieber auf. Es ist nicht spannend und nur manchmal interessant. Da die anschließende Handlung in der Vector-Reihe wieder überzeugen konnte, kann man die Legacy-Story zum Glück nicht komplett aufgeben.

Die Zeichnungen von Jan Duursema sind wieder voll und ganz gut gelungen. Der mehr als gehobene Durchschnitt hebt die Bewertung wieder ein wenig an.

Das Bonusmaterial beinhaltet neben Die Geschichte von Marco Ricompensa den Abschnitt Ein schwieriges Erbe von Roberto Pretti. Hier geht es darum, dass nach den Filmen ein passender Soundtrack und ein neuer Komponist für The Clone Wars gefunden werden mussten. Durchaus interessant, wenn man sich zuvor nicht mit dem Thema befasst hat.


Bleibt zum Ende wieder die Covergalerie, in der alle acht US-Cover abgedruckt sind.

 

Andreas Windu

 

Danke an Panini für das Rezensionsexemplar!

Bisherige Veröffentlichung GER
Sonderband 47: Legacy IV: Unbezwingbar (US Legacy 20 - 22 und 27) 10.12.2008
Sonderband 48: Legacy V: Der verborgene Tempel (US Legacy 23 - 26) 18.02.2009